Das Fürstentum Liechtenstein mit seiner Hauptstadt Vaduz liegt eingebettet zwischen der Schweiz und Österreich. Seine Fläche beträgt nur etwa 160 Quadratkilometer, auf denen ca. 31,000 Menschen leben. Damit ist Liechtenstein eines der kleinsten Länder Europas. Die Errichtung des unabhängigen Staates Liechtenstein geht zurück auf den Kauf der Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz durch Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein. Im Jahr 1719 wurden die beiden Territorien durch Kaiser Karl VI. vereinigt zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben. Nachdem sich das Heilige Römische Reich unter dem Druck Napoleons 1806 aufgelöst hatte, wurde Liechtenstein Mitglied des Rheinbundes und erlangte seine Souveränität. Zwischen 1815 und 1866 war das Fürstentum Mitglied des Deutschen Bundes und ratifizierte 1852 den Zollvertrag mit der österreichischen Monarchie - eine Union, die bis 1919 bestehen sollte.

Schon sehr früh schickte sich das Fürstentum an, jene rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, welche die Entwicklung der liechtensteinischen Wirtschaft so nachhaltig begünstigten. Liechtenstein unterzeichnete 1923 den Zollvertrag mit der Schweiz und führte ein Jahr später den Schweizerfranken als offizielles Zahlungsmittel ein. Im Jahr 1926 trat das Personen- und Gesellschaftsrecht in kraft.

Das liechtensteinische Regierungssystem beruht auf der Verfassung von 1921, in welcher es heisst: "Das Fürstentum Liechtenstein ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratischer und parlamentarischer Grundlage. Die Staatsgewalt ist im Fürsten und im Volke verankert und wird von beiden nach Massgabe der Bestimmungen der Verfassung ausgeübt." Die Dualität von Fürst und Volk manifestiert sich alle vier Jahre, wenn das Volk den Landtag, sein Parlament, wählt. Um Gesetzeskraft zu erlangen, bedarf jeder Beschluss des Landtags der Gegenzeichnung durch den Fürsten.

Liechtenstein hat in den letzten fünfzig Jahren einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Es sind nicht sosehr die natürlichen Vorzüge, wie die zentrale Lage in Europa, denen das Land dies verdankt; vielmehr war es die bewusste Schaffung von günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit den Mitteln des Gesellschaftrechts, einer liberalen Steuergesetzgebung mit Holding-Privilegien, dem harten Schweizerfranken als Landeswährung und einem Bankengesetz , welches Europas strengstes Bankgeheimnis festschreibt. Diese Faktoren gemeinsam mit dem hohen Ausbildungsniveau der Bevölkerung haben dazu geführt, dass heute der Finanzsektor den grössten Beitrag zum nationalen Budget leistet. Mehr als 50% aller Steuern und Abgaben werden von diesem Wirtschaftssegment erbracht. Als Ergebnis der engen Zusammenarbeit von Banken und Treuhandgesellschaften werden Finanzdienstleistung in Liechtenstein vornehmlich an ausländische Kunden erbracht.

Liechtensteins Wirtschaft beschäftigt etwa 21,000 Arbeitskräfte, von denen 7,300 täglich aus der Schweiz und Österreich in das Fürstentum pendeln. 47,6% arbeiten im industriellen Sektor, während es bereits 50,7% im Dienstleistungsbereich sind. Die Industriebetriebe des Landes haben sich auf High-Tech-Produkte mit hoher Wertschöpfung spezialisiert.

Liechtensteins Integration in den schweizerischen Wirtschaftsraum, die liberale Wirtschaftspolitik der Regierung und die Steuergesetzgebung haben dem Land Jahrzehnte politischer und sozialer Stabilität als Grundlage seines Wohlstands beschert. Die herrschende Sozialpartnerschaft garantiert die Kontinuität dieser Entwicklung: In der liechtensteinischen Wirtschaftsgeschichte hat es noch nie einen Streik gegeben.

Am 1. Mai 1995 wurde Liechtenstein Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) ohne deshalb seine enge wirtschaftliche Verflechtung mit der Schweiz aufgeben zu müssen. Für das Fürstentum war dies ein entscheidender Schritt zur Wahrung seiner Zukunft in bezug auf internationale Anerkennung, Sicherheit und Integration im grösseren europäischen wirtschaftlichen Umfeld. Die erforderlichen Anpassungen des Zollvertrags haben dabei die enge und erfolgreiche Partnerschaft mit der Schweiz festgeschrieben.  Der Zollvertrag und die Mitgliedschaft im EWR geben Liechtenstein die idealen Voraussetzungen um die Herausforderungen der Zukunt zu meistern.

Der internationale Wettbewrbsdruck wird in Zukunft noch steigen. Diese Tatsache ist zu begrüssen, stellt sie doch sicher, dass die Anstrengungen Liechtensteinischer Unternehmen zum Vorteil der Kunden  nicht nachlassen. Vorsichtige Anpassungen an das neue Europa unter Wahrung der traditionellen Werte werden Liechtenstein noch attraktiver für Investoren aus aller Welt machen.